die ehemalige poliklinik des kinderspitals zürich, ein bau von otto rudolf salvisberg aus dem jahr 1939, steht seit ende 2024 leer — mitten in einem streit zwischen abriss für ein zahnmedizin-zentrum und einer zwischennutzung als wohnraum (mehr dazu bei hochparterre).
im entwurfsstudio «affective architectures» der eth sind wir nicht von einem fertigen masterplan ausgegangen, sondern haben uns dem areal schrittweise angenähert: ein modell im massstab 1:100 diente als gesprächsgrundlage mit anwohnenden, ehemaligen spitalbesucherinnen und der stadt — und half, erinnerungen und wünsche ans gebäude zu sammeln, statt sie zu überspringen.
daraus ist unser vorschlag für die poliklinik entstanden: ein kooperatives stadthotel, organisiert nach vier bewohnertypen mit unterschiedlich langem aufenthalt, getragen von einer genossenschaft. die zentrale frage dabei — könnte sich hier jemand wirklich zuhause fühlen, für eine nacht, ein jahr oder länger? gedacht ist das haus deshalb in zwei zuständen: was es 2026 sofort leisten kann, und was daraus bis 2046 werden könnte.